Ein Besuch im Kloster Maria Laach – Exerzitientage der Q1

In der letzten Woche nahmen die Religionskurse der Q1 an einer Exerzitienfahrt in die Abtei Maria Laach teil. Ziel des Aufenthalts war es, sich intensiv mit der eigenen Persönlichkeit, dem bisherigen Lebensweg sowie den individuellen Zukunftsvorstellungen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sollten die Tage dazu dienen, Einblicke in das Leben und den Alltag der in Maria Laach lebenden Mönche zu gewinnen und das Kloster als spirituellen Ort zu erfahren.

Nach unserer Ankunft in der Jugendherberge begann der erste Teil des Programms mit verschiedenen Workshops. Im Mittelpunkt standen Leitfragen wie „Was ist mir wirklich wichtig?“, „Wie hat sich mein bisheriger Weg entwickelt?“ und „Welche Wünsche und Ziele habe ich für meine Zukunft?“. Die strukturierte Auseinandersetzung mit diesen Fragen bot einen ungewohnten Moment der Selbstreflexion, da im schulischen Alltag selten Raum für derart persönliche Überlegungen bleibt.

Nach einer gemeinsamen Mittagspause machten wir uns auf den Weg zum Kloster. Dort wurden wir von zwei Mönchen empfangen und erhielten eine Führung durch zentrale Bereiche der Anlage. Wir besichtigten unter anderem die Abteikirche, die Sakristei sowie die beeindruckende Bibliothek mit über 280.000 Büchern. Besonders die Verbindung aus jahrhundertealter Tradition und spürbarer Ruhe hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Im Anschluss leitete Pastoralreferentin Frau Müller eine Meditation, die es ermöglichte, unsere gesammelten Gedanken zu den Leitfragen sowie unserem Selbstbild in einer Phase Stille zu vertiefen.

Ein weiterer Höhepunkt war die Teilnahme an der Vesper, dem abendlichen Stundengebet der Mönche. Anschließend hatten wir in einer offenen Fragerunde die Möglichkeit, persönliche und organisatorische Fragen zum Klosterleben zu stellen, wodurch das zuvor Beobachtete zusätzlich eingeordnet werden konnte. Den Abend ließen wir bei einem gemeinsamen Essen im anliegenden Restaurant ausklingen, bevor wir zur Jugendherberge zurückkehrten und den Tag mit Spielen und Karaoke beendeten.

Am folgenden Morgen setzten wir die Workshops fort. Dabei wurden die bisherigen Gedanken weitergeführt und konkretisiert. Zum Abschluss verfasste jede:r einen persönlichen Brief an das eigene zukünftige Ich, der uns gemeinsam mit dem Abiturzeugnis überreicht werden soll. Diese Aufgabe verlieh dem Aufenthalt eine nachhaltige Perspektive, da sie den Blick bewusst über den gegenwärtigen Moment hinaus auf kommende Lebensabschnitte richtete. Anschließend traten wir die Rückfahrt an.

Insgesamt boten die Exerzitientage eine wertvolle Gelegenheit zur bewussten Selbstreflexion. Die Kombination aus inhaltlicher Auseinandersetzung mit persönlichen Zukunftsfragen und der Erfahrung klösterlicher Stille ermöglichte einen Perspektivwechsel, der im regulären Schulalltag selten gegeben ist. Besonders die ruhige Atmosphäre des Klosters und die Teilnahme an der Vesper verdeutlichten, wie wohltuend bewusste Ruhe sein kann. Rückblickend lässt sich festhalten, dass der Aufenthalt nicht nur informativ hinsichtlich des Klosterlebens war, sondern auch dazu beitrug, eigene Ziele und Werte klarer zu formulieren.

von Sarah Alshawwa, Q1